Am 25. Oktober 2026 wäre Gottlob Haag 100 Jahre alt geworden. Ein besonderer Geburtstag und ein schöner Anlass, sich an einen Menschen zu erinnern, der Hohenlohe, seine Landschaft und vor allem seine Menschen mit seinen Worten auf unverwechselbare Weise beschrieben hat.
Gottlob Haag, geboren am 25. Oktober 1926 in Wildentierbach und verstorben am 17. Juli 2008, gehört zu den bedeutenden Mundartdichtern unserer Region. In seinen Gedichten und Geschichten erzählt er vom Leben auf dem Land, von kleinen Begebenheiten und großen Gefühlen, von den Eigenheiten der Menschen und den Besonderheiten seiner Heimat. Dabei verbindet er genaue Beobachtung mit Humor und einer tiefen Liebe zu Hohenlohe und seinen Menschen.
Doch Gottlob Haag war kein Dichter, der seine Heimat einfach nur idyllisch beschrieb. Er hatte Haltung, war kritisch und scheute sich nicht, auch einmal anzuecken. Seine Texte konnten heiter und humorvoll sein, zugleich aber nachdenklich, direkt und unbequem. Er schaute genau hin, sprach Dinge aus und nahm sich die Freiheit, auch dort genauer hinzusehen, wo andere vielleicht lieber weggeschaut hätten. Gerade diese Ecken und Kanten machen ihn als Menschen und Schriftsteller bis heute interessant.
Er gab seiner Heimat eine Stimme. Vielleicht liegt darin ein Teil des Geheimnisses, warum seine Texte auch Jahrzehnte später noch unmittelbar wirken. Sie erzählen von einer vergangenen Zeit und berühren doch Themen, die geblieben sind: die Eigenheiten des menschlichen Lebens, die kleinen Freuden und Widrigkeiten des Alltags und die Frage, wie wir unsere Welt und die Menschen darin wahrnehmen.
Zum 100. Geburtstag lädt die Stadt Niederstetten am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 17 Uhr zu einem Abend zur Erinnerung an Gottlob Haag in die Alte Turnhalle Niederstetten ein.
Im Mittelpunkt stehen seine Texte und sein vielfältiges Schaffen. Gedichte und Geschichten, Mundart, Musik und eine kleine Szene aus seinem Wirken als Theaterautor lassen unterschiedliche Facetten des Wildentierbachers lebendig werden. Musikalisch begleitet Annaweech den Abend.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Gottlob-Haag-Ring zu. Ins Leben gerufen vom inzwischen verstorbenen Helmut Frauenberger erinnert er an einen Dichter, der seiner Heimat mit seiner Sprache Ausdruck und eine unverwechselbare Stimme gegeben hat. Zugleich steht der Ring für kreative Schaffenskraft, die Pflege der Hohenloher Mundart und für Menschen, die mit Sprache, Kreativität und eigener Haltung das kulturelle Leben dieser Region prägen.
Besonders ist auch die Art seiner Weitergabe: Der jeweils aktuelle Ringträger bestimmt selbst, wem er den Ehrenring als Nächstes anvertraut. Damit erhält die Auszeichnung eine ganz persönliche Note und bleibt zugleich eng mit dem Gedanken verbunden, der hinter dem Ring steht: Hohenloher Mundart und Kultur in ihre besondere Ausdruckskraft lebendig zu halten.
Seit 2023 trägt Annaweech den Gottlob-Haag-Ehrenring. Im Rahmen des Abends werden die Musiker den Ring an den neuen Träger den Journalisten und Autor Sebastian Unbehauen weitergeben.
Und vielleicht ist genau das ein passender Moment, um sich zu fragen, was von einem Lyriker bleibt, wenn seine Worte Jahrzehnte später noch immer gelesen, gesprochen, gesungen und weitergetragen werden.
Es bleiben seine Sprache und seine Geschichten. Sein genauer Blick auf die Menschen. Seine Liebe zu seiner Heimat. Aber auch seine kritische Stimme, sein Humor und seine Bereitschaft, nicht einfach hinzunehmen, was ihm nicht richtig erschien.
100 Jahre nach seiner Geburt sind Gottlob Haags Texte noch immer da. Sie erzählen von einer Welt, die sich verändert hat, und sprechen doch über vieles, das geblieben ist.
Über Heimat. Über Menschen. Über das Leben.
Der Abend am 25. Oktober möchte deshalb vor allem dazu einladen, Gottlob Haag wieder oder ganz neu zu entdecken – als Dichter mit großer Liebe zu seiner Heimat, mit Humor und Haltung und mit den Ecken und Kanten, die ihn unverwechselbar machen.
Sonntag, 25. Oktober 2026
17.00 Uhr
Alte Turnhalle Niederstetten
Der Eintritt ist frei. Für die Bewirtung sorgt die Dorfgemeinschaft Wildentierbach.
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