Tag der Deutschen Einheit 2025
Frau Bürgermeisterin Naber zum Bürgerbrief des Gemeindetags zum Tag der Deutschen Einheit 2025:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der Präsident des Gemeindetags, Steffen Jäger, hat als Stimme der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg einen eindringlichen Appell zur Lage unseres Landes und zur Rolle der Kommunen veröffentlicht. Ich unterstütze diesen Brief ausdrücklich – denn auch wir hier in Niederstetten spüren Tag für Tag, was auf dem Spiel steht. Dies wird insbesondere in den Bereichen Brandschutz, Schule und Sporthalle sowie Straßenunterhaltung deutlich. Die Finanzlage ist derart in Schieflage, dass alle Freiwilligkeitsleistungen auf den Prüfstand kommen müssen und nicht mehr oder nicht in dieser Form haltbar sind. Auch wenn die Stadt selbst ihre überdurchschnittlichen Personal- und Sachausgaben angehen muss, ist die Finanzausstattung der Kommunen nicht ausreichend. Dies gilt für Niederstetten insbesondere als Flächengemeinde und Bundeswehrstandort. Wenn es nicht gelingt, den laufenden Betrieb finanziell auf gesicherte Beine zu stellen, können dringende Sanierungen wie die des Bildungszentrums, der Sporthalle und der Feuerwehr nicht erfolgen, da Zins- und Tilgungsleistungen nicht aufgebracht werden können, obwohl der Schuldenstand im kreisweiten Vergleich niedrig ist.
Nehmen wir unsere Situation in Niederstetten als Beispiel: Kein Kommunalpolitiker streicht z. B. gerne einen Kindergartenbus oder baut gerne Personalkosten oder Standards ab. All diese Entscheidungen fallen dem Gemeinderat nicht leicht. Die Kommune ist aber der Ort der Wahrheit. Hier trifft er zu, dieser nüchterne Realismus.
Für Niederstetten gilt insbesondere: nur zusammen – Ortsteile und Kernstadt – können wir durch diese harten Zeiten kommen. Die öffentliche Wirtschaft – Industrie und Handwerk – steckt selbst in der Krise. Lassen Sie uns als Bürgerschaft zusammenhalten und gemeinsam Strukturveränderungen angehen. Wir können nicht an allem festhalten was uns lieb und teuer ist. Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, formuliert es zutreffend: „Wir benötigen eine Haltung, die nicht fragt, was andere tun, sondern was wir selbst beitragen können. Die Bereitschaft auch dann standhaft zu bleiben, wenn es unbequem wird.“
Daher möchte ich Sie für Niederstetten bitten, den Schulterschluss zu wagen, zusammenzuhalten und den sicherlich schmerzhaften Abbau von Standards und die Änderungen von Strukturen zu akzeptieren: für unsere gemeinsame Zukunft und für die Verbesserung der Zukunftsaussichten unserer Kinder.
Das Herbstfest hat erneut über die Stadtgrenzen hinaus gezeigt, wie schön unser Gemeinwesen in Niederstetten ist. Dafür lohnt es sich!
Ihre
Heike Naber
Bürgermeisterin


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